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Neuigkeiten
23.09.2021   Aus Pandemias Poesiealbum Zugabe
Kaum etwas ist beruhigender und heilsamer, als 32 Figuren über 64 Felder zu schieben, merkten viele freizeitlich Ausgebremste
im letzten Jahr. Und sie begaben sich auf die Indrahtplatformen, die schachliche Betätigung anbieten. Schach ist zwar das
sinnloseste Verplempern von von Zeit und Geisteskraft, aber genau darin liegt seine therapeutische Wirkung. Mediziner und
Forscher empfehlen bekanntlich das Meditieren, das Lesen Kochen und Musizieren - was wir letztlich machen ist zweitrangig,
doch hochkonzentriert mehrere Züge im Voraus zu denken gehört definitiv zu den Königswegen hin zu einem mentalen Versinken.*
Und das war jetzt mal eine der besten printmedialen Rechtfertigungen für unser Treiben seit ewiger Zeit.
Als Jesus damals, wie Dimitrij Karamasow glaubhaft berichtet, zum zweiten Mal auf die Erde kam und auf dem glühendheißen
Platz vor der Kathedrale von Sevilla wieder mit seinen Heilungen begann, wurde er verdientermaßen vom Großinquisitor
festgesetzt und Stunden später im Kerker mit den Fehleinschätzungen, was das Menschengeschlecht betrifft, und damit den
Fehlern seines Heilsplans konfrontiert. Der zentrale Vorwurf, den der Großinquisitor formulierte, war, wie er nur auf die Idee
gekommen war, anstatt den Menschen das tägliche Brot zu geben, aufdass sie ihm willig folgten, ihnen die Freiheit sich gegen
oder für ihn zu entscheiden, zu geben Und er, der Großinquisitor arbeite an nichts anderem, als J. Plan zu verbessern.
Und das ist ihm und seiner Organisation bis heute nicht mal in Ansätzen gelungen.
Denn gerade heute laufen die Freiheitstrommler durch die Straßen und strahlen von den Papptafeln: Wir lieben die Freiheit!
Da haben wir von Pandemias Poesieblob mal eine ungereimte Zwischenfrage. Die Freiheit lieben, ja recht und schön, aber welche
Freiheit meint ihr mit eurer Papptafelaussage eigentlich? Die Freiheit, ob ich meine Briefkastenfirma in Liechtenstein oder
in der Schweiz eröffne? Ob ich auf den Bahamas, den Caymaninseln oder in Monaco keine Steuern zahle? Ob ich mir mit
den geistig niederschwelligen Angebote auf RTel und Satel die Zeit totschlage oder stattdessen mit Rohstoffen, ausgebeuteter
menschlicher Arbeitskraft und Umweltzerstörung spekuliere? Ist doch alles legal. Mag sein, aber moralisch fragwürdig
dennoch, ihr Papptafelgrinser. Wie vieles andere auch, das im Namen der Freiheit verkündet wird.
Noch was? Na klar, freies Internet für Alle. Ab dem 4. Lebensjahr. Spätestens.
Ja gut, Viktor brauchte die 100 Juronen damals dringend, um sich neue Heilerde zu besorgen, sonst hätte er sein Haupt - das
Gesicht mit dem grinsenden Mund war wegen der ungestümen Haar-und Barttracht eh kaum zu erkennen - nicht für den
Papptafelwerbezweck hergegeben. Zauberhaftes Siebengebirge, hieß die Touristentrommelaktion, da wo die Natur
das Füllhorn des Reimes in vollen Zügen....undsoweiter, ein riesen Käsegeplapper halt, ihm war's egal, der Heilerdebedarf für
die nächsten fünf Jahre war erstmal gesichert. Ohne die flog gedichtmäßig eher wenig. Naja, der Sperber vielleicht.

Scheler Sperber, scheler Sperber,
Bist ein rechter Spielverderber
Spätzlein wollen doch nicht streiten
Sondern bisschen Spaß verbreiten.
Sammeln Flaum für die Matratzen
Täglich fleißig meine Spatzen,
Worauf sie dann Eier brüten
Später auch ihr Jungvolk hüten.
Dieses Jungvolk braucht die Mutter
Und den Vater nicht als Futter
Für Dich! Unersättlich Schlinger
Soll'n sie dienen. Mittelfinger!

*das schreiben die anderen, in diesem Fall der Stern
Vom freiheitlichen Königsweg grüßt freundlich
(EG)
19.09.2021   Aus Pandemias Poesiealbum Aufstiegsextra
Nachdem ein Trompetensignal die Ankunft des auf einem weißen Schimmel gemütlich heranpreschenden reitenden
Boten angekündigt hat, bringt der Herold sein Pferd im Burghof zum Stehen und verkündet vor den versammelten
Burgbewohnern - nicht ohne sich noch einmal bewundernd umzusehen - mit lauter, klarer Stimme des Königs Botschaft:

May God bless and keep you always
May your wishes all come true
May you always do for others
And let others do for you
May you build a ladder to the stars
And climb on every rung
May you stay forever young

May you grow up to be righteous
May you grow up to be true
May you always know the truth
And see the light surrounding you
May you always be courageous
Stand upright and be strong
May you stay forever young

May your hands always be busy
May your feet always be swift
May you have a strong foundation
When the winds of changes shift
May your heart always be joyful
May your song always be sung
And may you stay forever young (Bob Dylan)

Halten Sie das nicht für etwas übertrieben, dass der Schachclub sich mit diesem, zugegebenermaßen hymmnisch
gefeilten und gefühlten Werk, zu einem lang überfälligen Erfolg gratuliert? Ein Club -For ever young- bei Ihnen piept's ja.
Da bin ich gegenteiliger Ansicht, wann - wenn nicht bei einem 5 Jahre lang erhofften und fast 2 Jahre aufgeschobenen Erfolg-
soll man sich mit 129 Jahren auf dem Buckel mal einen schwärmerischen Gedanken gönnen? Die Realität sticht vielleicht
bald wieder in diesen Schwärmballon. Ist schon gut, wenn er mal richtig aufgeblasen wird.
Ausnahmsweise, wenn auch mit deutlichen Bauchschmerzen- tempi passati- genehmigt. Bei mir läuft im Hintergrund sowieso
Corellis Folia. Die ist mal was von grandiosgediegen. Die übertrifft sogar den verschmutzten Lippizaner. Und textlich -
ein Genuss ohne Reue. Hat nämlich keinen.

Greets with swift feet
(EG)
13.09.2021   Aus Pandemias Poesiealbum Zugabe
Wenn man unter dem Namen jeder Berühmtheit, die sich wegen Verblichenheit nicht mehr wehren kann, und von der bekannt ist,
dass sie sich gelegentlich mit dem Schachspiel beschäftigt hat, ein Schachturnier veranstalten würde, wieviele Schachturniere
würde es dann wohl geben? Nun, nicht so zögerlich, schätzen Sie schon, Sie sind doch sonst auch nicht auf den Mund gefallen.
So schallte es im gutgemeinten Herrscherton durch Pandemias hallenartiges Großraumbüro. Gut also, ich sag es Ihnen, eines
mehr, als Sie denken. Denn Dichterfürst Leo Tolstoy war schachsüchtig, er hat sogar eine Ordensverleihung versäumt, weil er
sich nicht vom Brett losreißen konnte. Aber weil er trotz des Schachspiels noch dicke, lesenswerte Schinken verfasst hat, hat
er es verdient, dass unter seinem Namen hundert Jahre später ein Turnier mit etlichen Schachkoniferen* abgehalten wird. In
einer Stunde möchte ich dazu ein paar Artilkel haben, der beste wird weggeworfen. Na gut, Ironie verstehen ja Journalisten nicht,
wird selbstverständlich veröffentlicht.
Und schon begann das vertraute Klappern der verbliebenen Schreibmaschinen. Übertönt wurde es nur vom Ächzen der
Büroschaukelstühle, verursacht durch das Zusammenpacken und die anderweitigen Aufbruchsvorbereitungen der sogenannten
freien Mitarbeiter. Die hatten das bessere Los gezogen. Noch am Vortag hatten sie mit den festangestellten Sekretärinnen
die Lebensabschnittsbegleitungsverträge unterzeichnet und morgen-huiii- ging's in die weite Welt. Freiheit eben, hat sich P.P.
lang genug drumrumgedrückt.
Gut, nur wenige Restverbliebene arbeiten also noch im Blob und die bedanken sich herzlich für das Lob und den Zuspruch
von M.R. Selbstverständlich hat er die Jokerfrage des Musikrätsels mit Robert Schumann richtig gelöst. Leider gibt es unter
seinem Namen bisher kein Schachturnier. Da hat man in Zwickau wohl ein Chance verpasst.
Sein Museum belegt leider auch bloß den 4. Platz, seine Person wird zwar sehr ausführlich präsentiert, aber bei einem
Komponistenmuseum erwartet Pandemia auch viel Musik. Obwohl das aufgestellte Partierätsel von R.Schumann, Matt in
einem Zug in der Mitte des Feldes, für ein Musikmenschenmuseum mal eine Abwechsung generiert.**
Etwas besser hat's das Händlmuseum gemacht, zumindest die Händlopern werden musikalisch gut präsentiert. Die Spitzenreiter
sind die Museen von Hector Berlioz in La Cote Saint Andre und Tuuuusch und Goldmedaille Johann Sebastian Bach in
Eisenach. In diesem Museeum kann man in Bachs Musik und Lebenswelt sozusagen eintauchen, darin baden und nicht
zuletzt, sich von ihr gründlich einseifen lassen.

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet. (Friedrich Rückert)

Wenn er nur jemals so hätte dichten können, wie dieser Dichterfürst. Schon im dritten Septimonium, als sich der Wunsch,
sein Leben der Poesie zu widmen immer mehr verdichtete, hatte er ihn verehrt. Na gut, nicht alle seine eigenen Gedichte
waren schwächer als die von Meister R. Aber der hatte halt auch etliche hundert sehr schöne auf dem Kerbholz, galt als
bester Lyrizist seiner Zeit und was dieser Sprachgenius mit Kenntnissen in 40 Sprachen alles an orientalischer
Dichtung übersetzt hatte.... gut.. Victor war froh es im Schein seiner Karbitleuchte überhaupt noch entziffern zu können.
Bei der Brille war einfach der Winkelschliff zu lasch, das nächste mal sollte er besser nicht mehr zu diesem fahrenden
Handschleifer gehen, dachte er noch, um sich dann seufzend zur Seite zu drehen.

* vollbiologischer Bildungshintergrund
** richtig generieren kann nur ein Generator

Im Schein des Kienspans unterschreibt mi freundlichem Gruß
(EG)
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